Jan Karwatzki, Öko-Zentrum NRW: „Efficiency first: Erst den Verbrauch senken, dann die Energieversorgung optimieren.“

Shownotes

Gebäude sind für viele Unternehmen vor allem eines: die Hülle für Produktion, Maschinen und Arbeitsplätze. Dabei steckt gerade im Gebäudebestand erhebliches Potenzial, Energieverbrauch und Kosten dauerhaft zu reduzieren. Jan Karwatzki, Geschäftsführer des Öko-Zentrums NRW, plädiert deshalb für einen strategischen Blick auf das gesamte Gebäudeportfolio: Verbräuche und Emissionen erfassen, Einsparpotenziale identifizieren und Maßnahmen nach Wirkung und Wirtschaftlichkeit priorisieren.

Karwatzki ist Architekt, Energieberater und seit mehr als 20 Jahren beim Öko-Zentrum NRW tätig. Das rund 50-köpfige Architektur- und Ingenieurbüro berät bundesweit Unternehmen und Kommunen beim energieeffizienten und nachhaltigen Bauen und Sanieren und legt einen besonderen Schwerpunkt auf Nichtwohngebäude.

Im Gespräch mit Moderator Jan Liepold erklärt Karwatzki, warum Unternehmen nicht mit Einzelmaßnahmen beginnen sollten, sondern mit einem Portfolio-Screening und einem Sanierungsfahrplan. Nicht jede energetische Verbesserung verlangt dabei sofort neue Fassaden oder Fenster: Auch optimierte Betriebsabläufe, Gebäudeautomation, Energiemonitoring oder eine bessere Steuerung der Wärmeversorgung können relevante Einsparungen ermöglichen. Selbstlernende Systeme und intelligente Gebäudesteuerung können laut Karwatzki allein Einsparungen von rund 10 bis 15 Prozent ermöglichen.

Ein weiterer Schwerpunkt sind die neuen gesetzlichen Anforderungen an Nichtwohngebäude und die zunehmende Pflicht zur Gebäudeautomation. Gleichzeitig stehen Unternehmen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung: von der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bis zur Energieeffizienzförderung für Prozesse und Querschnittstechnologien. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeitsrechnung ist dabei auch die Unterscheidung zwischen der eigentlichen energetischen Mehrinvestition und den sogenannten „Sowieso-Kosten“, die etwa beim ohnehin notwendigen Austausch einer Heizung entstehen würden.

Außerdem sprechen die beiden darüber, warum ein professionelles Energiemanagement gerade für größere Verbraucher wirtschaftlich interessant ist, welche Rolle Energieberater bei Planung, Förderung und Umsetzung spielen und wie Unternehmen mit gemischten Gebäudeportfolios ihre Investitionen sinnvoll priorisieren. Eine mögliche Lösung sind auch zentrale Gebäudenetze oder Contracting-Modelle, bei denen mehrere Gebäude gemeinsam mit Wärme versorgt werden.

Karwatzkis Botschaft an Unternehmen: Nicht auf die perfekte Gelegenheit warten. Technik und Bauleistungen dürften nicht günstiger werden, die Dekarbonisierung des Gebäudebestands wird ohnehin notwendig und Förderprogramme stehen heute zur Verfügung. Deshalb könnte gerade jetzt ein guter Zeitpunkt sein, eine belastbare Gebäudestrategie zu entwickeln und mit den ersten Projekten zu beginnen.

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00:00:01: Mega Watt & Friends – Energie Neudenken.

00:00:05: Willkommen bei Mega Watte & Friends, dem Podcast von Maestro in dem wir Energie neu denken.

00:00:10: Hier sprechen wir mit Profis die die Energiewende gestalten.

00:00:13: Es geht um Strom, Wärme, Speicher und Netze Aber vor allem um die Frage Wie gelingt nachhaltige Energieversorgung für Unternehmen?

00:00:21: Schön dass Sie dabei sind!

00:00:25: Hallo und herzlich willkommen, liebe Freundinnen und Freunde der Energie und der Gebäudewende bei Megawatt & Friends.

00:00:31: Und ich sage heute hallo nach Hamm und hallo Jan Kawatski vom Ökozentrum NRW!

00:00:35: Ja hallo, freut mich dass ich dabei sein darf.

00:00:37: Ja, wir freuen uns.

00:00:38: Denn mit dir haben wir heute einen der renommiertesten Experten wenn es um so energetische Gebäudesanierung geht.

00:00:45: das Ökozentrum NRW ist da ja auch ein großer Player.

00:00:48: ihr habt zwar das NRW im Namen seit aber bundesweit unterwegs wann immer es eben um energetisch Gebäude Sanierung Ausbildung von Energieberatern Aber eben auch Beratung von Unternehmen dabei geht wie man denn den Gebäudestand energetischer optimieren und ertüchtigen kann.

00:01:06: Und vielleicht kannst du dir immer zwei, drei Worte zu dir sagen.

00:01:08: Ich habe in deiner LinkedIn-Bio gesehen, dass du Architekt bist.

00:01:12: Wir kennen uns ja auch aus dem Kontext kommunale Wärmeplanung.

00:01:15: aber wenn du mal zwei oder drei Worde noch zu dir und zum Ökozentrum NRW sagen könntest bitte?

00:01:19: Ja sehr gerne!

00:01:20: Genau ich bin also ursprünglich Architek und auch Energieberater schon seit über zwanzig Jahren im Öko-Zentrum NRWe tätig.

00:01:26: Inzwischen als einer von drei Geschäftsführern das Öko Zentrum hat es ja schon gesagt gibt's schon sehr lange wurden wir von der öffentlichen Hand gegründet sind aber schon länger privatisiert.

00:01:35: Wir sind also ein ganz normales Architektur und Ingenieurbüro, derzeit etwa fünfzig Mitarbeitende.

00:01:41: Und beschäftigen uns ganz intensiv mit dem energieffizienten nachhaltigen Bauen und Sanieren von Gebäuden haben einen starken Schwerpunkt bei den Nichtwohngebäuden sowohl von Unternehmen als auch von Kommunen und sind da so wirklich gesagt bundesweit unterwegs.

00:01:54: Wir kamen auf die Idee dieses Thema mal zu beleuchten, weil nur die meisten Folgen in denen wir bisher gesprochen haben, da ging es eher darum wie kann ein Unternehmen wenn das seine Kostenbasis im Energiebereich optimieren möchte?

00:02:07: Wie kann er in der Erzeugung mit eigener PV Anlage, mit Speichern sein Setup optimieren?

00:02:13: aber eigentlich ist ja noch schlauer wenn ich von vorne her rein so ran gehe und mal schaue wo kann Energieverbrauchskosten oder wo kann ich den Verbrauchs senken?

00:02:22: Und da ist natürlich bei ganz vielen Mittelständlern auch größeren Unternehmen der Gebäude bestanden ein wichtiger Hebel.

00:02:29: Da geht wahrscheinlich sehr viel raus, dann gibt es natürlich noch die Prozesswärme beispielsweise, die Energie frisst.

00:02:35: aber wir wollen jetzt heute mal drauf schauen wie kann ich als Unternehmen meinen Verbrauch optimieren und eben logischerweise damit auch senken.

00:02:44: und da an dich die erste Frage Was ist eine Dampfmaschine?

00:02:47: würde Heinz Riemann sagen?

00:02:49: Was muss ich dann als mittelständischer Geschäftsführer, der mit dieser Idee schwanger geht meine Gebäude zu optimieren.

00:02:56: Wie fange ich denn da an?

00:02:57: was sind die logischen ersten Fragen, die ich mir stellen muss bevor ich vielleicht auch Kollegen wie euch vom Ökozentrum involviere.

00:03:05: Ja du hast das vorhin schon ganz richtig gesagt.

00:03:07: also eigentlich sollte man zuerst immer versuchen den Verbrauch zu reduzieren und bevor man darüber nachdenkt wie man den Verbauch möglichst effizient abdeckt.

00:03:15: The First ist da ein schönes Schlagwort.

00:03:18: Ist leider bisschen aus der Mode gekommen, aber ist immer noch sehr wichtig.

00:03:21: und gerade bei Gebäuden – auch wenn es mehrere Gebäude sind – ist es wichtig dass man nicht auf einzelne Maßnahmen schaut sondern dass man eine geordnete Reihenfolge versucht hinzukriegen.

00:03:31: Maßnahmen hängen oft miteinander zusammen.

00:03:33: also man braucht im Prinzip einen Sanierungsfahrplan für den Gebäud oder noch besser wenn man ganz das Gebäudesportfolio da ist dann eben auch für mehrere Gebüude Klar wird's, wo fang ich denn an?

00:03:43: Bei welchen Gebäude und an welcher Stelle fange ich an.

00:03:46: Wir machen sowas relativ häufig für Kommunen und Unternehmen, dass wir uns also die gesamten Gebäude mal anschauen.

00:03:51: Dann braucht man natürlich wichtige Daten zu den Gebäuden.

00:03:54: von wann sind die?

00:03:54: Wann sind sie gebaut worden?

00:03:56: wie groß sind die?

00:03:56: was ist da drin an Technik?

00:03:58: welche Nutzung ist darin?

00:03:59: es helfen natürlich auch die Verbräuche das man die kennt.

00:04:03: wenn schon Energiemanagement oder so etwas da ist dann ist man da schon sehr großen Schritt weiter.

00:04:07: dann hat man diese Daten alle zusammen aber viele Unternehmen haben das eben noch nicht Und immer diese Daten zusammenträgt.

00:04:13: dann kann man auf der Basis sehr gut priorisieren, wo an welchem Gebäude oder welchen Gebäudeteil fange ich denn an?

00:04:19: und auf der Basis dann eben auch sich Unterstützung dazu holen.

00:04:23: Man kann zum Beispiel sehr einfach ausrechnen wie hoch sind meine Emissionen pro Gebäuse?

00:04:28: Also man weiß wie viel Kilowattstunden Strom und Wärme man verbraucht in einzelnen Gebäuden.

00:04:32: da gibt es Emissionsfaktoren die findet man im Internet.

00:04:35: damit multipliziert man und dann kann man auch einfach die Gebäudes angehen die entweder bei den Kosten oder bei den Emissionens die höchsten Werte haben.

00:04:41: Es gibt auch Vergleichswerte, wo es müsste in Bürogebäude und Produktionsgebäuden liegen pro Quadratmeter.

00:04:46: Und dann fange ich zum Beispiel da an, wo dieser Quadratmeternwert am höchsten über dem Vergleichswert, über den Deutschlanddurchschnitt liegt.

00:04:53: Das ist sowas, wo wir als erstes so drauf schauen

00:04:56: würden.".

00:05:01: Entweder Bauchgefühle, was die Zahlen da am Datenfaktenbasis.

00:05:05: Wie viele Unternehmen sind denn schon so unterwegs?

00:05:07: Haben da schon optimiert?

00:05:09: oder was glaubst du?

00:05:10: wie viele entdecken dieses Einsparpotenzial jetzt erst

00:05:14: so?

00:05:14: Für die größeren Unternehmen gibt es ja schon länger das Thema Energie Auditpflicht oder sogar Energiemanagementpflicht.

00:05:20: Das wird jetzt auch gerade noch mal novelliert in diesem Jahr, die Vorgaben richten sich dann bei der Energiemanagepflicht mehr am tatsächlichen Verbrauch aus und nicht an der Unternehmensgröße.

00:05:30: Also diese sind da sicherlich schon ganz gut unterwegs.

00:05:32: vor allem natürlich die energieintensive Unternehmen, die wirklich viel Energie verbrauchen.

00:05:37: handeln oft das Thema Gebäude erstiefmütterlich.

00:05:40: Gebäudel ist oft nur die Hülle für die teure Maschine, die da drin steht oder für den Prozess der darin stattfindet oder eben die Arbeit die da geleistet wird.

00:05:48: aber das Gebäuda kann eben schon sehr viel Energieeinsparung auch mit sich bringen wenn ich es energetisch ertüchtige.

00:05:54: Das muss nicht unbedingt immer die teuren Investitionen sein in eine neue gedämpfte Außenwand oder neue Fenster oder was auch immer.

00:06:00: klassischerweise sind.

00:06:01: ja Investition im Bauprozesse in Bautechnik also in Gebäudenhülle.

00:06:07: Das kann aber auch eine Optimierung sein, wenn man zum Beispiel Wärmebrücken vermeidet.

00:06:11: Wenn man eine Luftdichtheit erhöht... Versucht Schwachstellen erst mal aufzudecken und auszumerzen oder auch einfach organisatorische Maßnahmen beispielsweise ergreift, dass man verschieden beheizte Bereiche normal- und niedrigbeheizt Bereiche voneinander trennt.

00:06:25: Auch organisatorisch vom Prozessablauf oder durch Vorhänge oder was auch immer durch irgendwelche trennenden Bauteile kann man damit auch schon oft ganz viel erreichen.

00:06:36: Und viele Unternehmen wie gesagt haben das erstiefmütterlich behandelt in der Vergangenheit.

00:06:41: Das hat sich ein bisschen geändert mit der Gaskrise jetzt von paar Jahre, wo als Gas und auch Energie insgesamt so teuer wurde.

00:06:46: Da sind schon einige aufgewacht ein bisschen eingeschlafen.

00:06:49: ist das jetzt schon wieder?

00:06:50: Das muss man sagen.

00:06:50: die Preise haben wir da nachgelassen und von daher ist auch der Druck was zu tun daraus?

00:06:55: es ist aber natürlich nach wie vor sinnvoll hier auf Energieeffizienz zu setzen gerade im Gebäude und nicht nur auf die Prozesse und die eigenen Arbeit zu schauen die ihm Gebäudestadt findet.

00:07:05: Aber der Druck entsteht doch jetzt woanders.

00:07:07: Eben auf gesetzlicher im gesetzlichen Bereich, ich sag mal leihenhaft Paragraf vierzig Gebäudemodernisierungsgesetz für energetisch schlechte Nichtwohngebäude da tut sich doch was.

00:07:19: und dann habe ich noch so ein Schlagwort aufgeschnabt Gebäude Automationspflicht.

00:07:23: Paragraph sechsundfünfzig Gebüede Modernisierung Gesetz.

00:07:26: Was sagt denn der Experte dazu?

00:07:27: Was bedeuten denn diese Paragrafen für Unternehmer?

00:07:30: Ja, genau.

00:07:30: Das stammt aus dem neuen Gebäudermodernisierungsgesetz.

00:07:34: oder habt das Gebäude-Energie-Gesetz abgelöst?

00:07:36: Die Novelle ist jetzt da!

00:07:38: Der erste Teil ist schon in Kraft getreten und andere Teile treten jetzt zum ersten, ersten, zwanzig, siebenzwanzig in Kraft.

00:07:44: Und damit werden vor allem auch Vorgaben aus der EU, aus einer EU-Gebäuderichtlinie umgesetzt.

00:07:49: Wenn wir mal anfangen mit der Sanierungspflicht für Nichtwohngebäude – das ist wirklich ein ganz neues Instrument, das hatten wir bisher noch nie, dass also Gebäuden die energetisch zu schlecht sind bis zu einem gewissen... Momentzeitpunkte saniert werden müssen.

00:08:01: Die EU gibt vor, dass die schlechtesten sechsundzwanzig Prozent aller Gebäude in der EU und damit auch in Deutschland verpflichtend saniert werde müssen – es ist also über ein Viertel ne?

00:08:10: Wir haben in Deutschland knapp zwei Millionen beheizte Nichtwohnengebäude.

00:08:13: da kann man sich ausrechnen das ist eine ganze Menge an Gebäuden die jetzt seit den nächsten Jahren saniert werden muss.

00:08:18: festgemacht wird das am Jahresprimerenergiebedarf dem man dafür ausrechnet oder ausrechnen lassen muss und wenn der eben einen Vergleichswert klassischen Neubauwert, den ich im Neubeuhinhalten muss zu sehr überschreitet.

00:08:30: Dann lege ich über einem Rennsferde und muss sanieren.

00:08:32: um es genau zu machen wenn der Jahresprimärenergiebedarf eines Gebäudes bei mehr als dem dreieinhalbfachen des Neubauniveaux liegt dann gehört mein Gebäude zu den schlechtesten sechzehn Prozent und muss bis Anfang zwanzigdreißig saniert werden.

00:08:44: Wenn der Jahres Primärenergi-Bedarf bei dem zweikommerneuinfünffachen das Referenzgebäude werteslicht dann gehöre ich zu den schlechtesten sechsundzwanzig Prozent und muß bis anfang zwanzichdreihendreißzig sanieren.

00:08:56: Wir können jetzt schauen zum einen, wie finde ich raus ob mein Gebäude dazu gehört und zum anderen was muss ich dann tun.

00:09:01: Also wenn ich ein Energiebedarfsausweis schon habe für das Gebäudee da kann ich das direkt ablesen auch aus den alten Energiebedarfsausweisen.

00:09:08: gibt es noch ein Hilfsinstrument um das abzulesen?

00:09:11: Wenn ich keinen habe, müsste ich natürlich jetzt erst mal für alle meine Gebäude die da in Frage kommen könnten Energiebedarfsberechnung machen lassen.

00:09:18: Das kann sehr aufwendig sein.

00:09:19: Deshalb ist es wichtig zu wissen dass es Ausnahmen gibt.

00:09:21: Also Gebäuden die ab sixundneunzig gebaut wurden oder die schon auf das Niveau der Wärmeschutzverordnung von fünf neunzig saniert wurden Die fallen gar nicht unter diese Nachrüstverpflichtungen und dieser Sanierungspflicht.

00:09:32: auch Gebäute die jetzt schon überwiegend mit Biomasse also Holz oder mit Wärmepumpe oder Fernwärme verheizt werden sind schonmal per se raus.

00:09:39: Wir empfehlen allen Unternehmen, die in einem größeren Nichtwohngebäude Bestand haben also jetzt ihr Gebäudeportfolio einmal zu beleuchten oder das auch mit Unterstützung zu machen.

00:09:48: Also zu schauen für welche Gebäude greifen schon Ausnahmen?

00:09:50: Die sind raus!

00:09:51: Für welche Gebärde haben wir schon Bedarfsausweise?

00:09:54: und wo müssen wir vielleicht noch mal berechnen lassen ob wir unter die Sanierungspflicht fallen oder nicht?

00:09:59: Das ist der eine Punkt.

00:10:00: Der andere Punkt, was mache ich wenn ich den Grenzwert überschreite?

00:10:04: Man muss sich jetzt nicht vorstellen dass diese Gebäude alle zwingend komplett mit der gesamten Gebäudewühle saniert werden müssen also von vorne bis hinten.

00:10:11: Das wäre ja schon gar nicht leistbar in der kurzen Zeit in ganz Deutschland vom Bauvolumen alleine her sondern es ist nur entscheidend das man den Grenzwert unterschreitet und auch wenn man dann nun ein bisschen drunter liegt ist man erst mal fertig.

00:10:21: Wenn man also diese Grenzwerte nur sehr knapp überschreibt dann kann schon eine kleine Maßnahme vielleicht reichen.

00:10:26: Da würde es helfen, zum Beispiel einzelne Fenster zu tauschen oder die Beleuchtung auf LED umzustellen.

00:10:31: Das kann schon manchmal ausreichen.

00:10:33: Wenn ich ein bisschen stärker drüber liege... Den größten Hebel habe ich natürlich, wenn nicht die Wärmeerzeugung umstelle.

00:10:38: Also wenn ich von der Öde oder Gasheizung auf ein erneuerbares Heizsystem gehe, auf eine Wärmepumpe oder einen Fernwärmeanschluss dann komme ich mit der primären Energie sehr weit runter.

00:10:48: Das ist nicht immer ganz einfach gerade bei Hallen.

00:10:50: Bei Unternehmen haben wir es ja oft auch mit Hallen zu tun.

00:10:52: Hallen-Heizsysteme so hellstrahler, dunkelstrahlar an der Decke gibt's nicht allzu viele Möglichkeiten.

00:10:57: aber auch da gibt es Lösungen auf erneuherbare Energien umzustellen Und damit bin ich aus der Verpflichtung in der Regel raus.

00:11:04: Aber, ich muss mich kümmern!

00:11:05: Ich muss mir die Gebäude anschauen und ich muss dann eben schauen wo ich mit der Sanierung anfange.

00:11:11: Und dann hattest du noch die Gebäudeautomationspflicht erwähnt, auch die gibt es schon länger.

00:11:15: Also für ganz große Gebäuden mit großer Anlagentechnik gilt das schon dass man bis Ende zwanzig-vierundzwanzig eine solche Gebäudeeautomation nachrüsten musste.

00:11:25: Das betrifft Nichtwohngebäude mit einer Heizungsanlage, Lüftung oder Klimaanlage, die mindestens zweihundertneunzig KW Erzeugungsleistungen hat also schon relativ große Anlage.

00:11:36: Da muss man eine Monitoring-Technik nachrüsten, um eben die Energieverbräuche aller Hauptenergieträger überwachen, protokollieren und auswerten zu können.

00:11:44: Also klassisches Gebäudemanagementsystem oder Energiemanagementsystem für die Erfassung zumindest der Werte.

00:11:50: Das ist jetzt auch im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz weiterhin enthalten, also auch wenn die Frist schon abgelaufen ist, gilt natürlich wer das noch nicht hat.

00:11:56: Der muss das machen und die EU gibt auch hier vor dass das Ganze verschärft werden soll.

00:12:01: Das ist auch schon im Gesetz drin, d.h.

00:12:03: ab zwanzig dreißig muss sich diese Technik in allen Gebäuden haben, die eine Anlagenleistung von siebzig KW überschreiten.

00:12:10: Da sind dann sehr viel mehr Gebäude und da werden viele Unternehmensgebäude dann drunter fahren.

00:12:14: Was passiert denn, Erst mal ignoriere, also drohen da drackonische Strafen.

00:12:20: oder was droht den Unternehmen.

00:12:21: Es ist eine Ordnungswidrigkeit angelegt im Gesetz für die Verstöße aber es wird nicht aktiv kontrolliert.

00:12:28: das heißt wenn's keiner mitkriegt passiert erstmal gar nichts weil es keiner aktiv kontrolliert.

00:12:33: Es kann sein, dass mal irgendwo vielleicht ein Hinweis kommt oder so.

00:12:37: Zuständig sind für den Vollzug des Gesetzes die Bundesländer, die machen dazu eigene Verordnungen.

00:12:42: in der Regel geben sie die Bewahrungsaufgabe an die untere Beaufsichtsbehörde ab also das Bauordnungsamt der jeweiligen Kommune.

00:12:50: Die werden natürlich nicht von sich aus aktiv werden und da irgendwie nachschauen.

00:12:52: Das ist anders als bei der Energie-Auditpflicht, ne?

00:12:55: Da geht das BAFA ja wirklich los und schreibt auditpflichtige Unternehmen an und bittet darum das einzureichen.

00:13:00: aber mit diesen Gebäudesanierungspflichten oder auch bei der Gebäudeautomation wird es keine aktive Kontrolle geben.

00:13:06: Aber es ist natürlich im Sinne eines energiesparen Gebäudenbetriebs also zumindest die Automationspflicht trägt dazu sehr viel bei.

00:13:13: Wichtig ist dann natürlich, wenn ich so eine Gebäude auf Station habe und sehr viele Daten zu meinem Energieverbraucher fasse.

00:13:19: Dass es auch jemanden gibt der da drauf guckt, der das auswertet und der Gebäudee-Energiemanagement betreibt.

00:13:24: Das war im alten Gesetz ebenfalls verpflichtend.

00:13:27: Diese Pflicht ist aber jetzt gestrichen worden.

00:13:29: also nun muss sich nur noch Werte erfassen.

00:13:31: Ich muss sie aber nicht mehr auswerden macht natürlich wenig Sinn.

00:13:33: Deshalb empfehlen wir immer tatsächlich Energiemanagements zu betreiben.

00:13:37: die Einführung eines Energie Managements Systems fürs Gebäuden lohnt sich schon ab so zweihundert bis dreihunderttausend Euro pro Jahr an Energiekosten.

00:13:45: tatsächlich klassisch einen Energiemanager einzustellen, also wirklich eine Person dafür abzustellen.

00:13:50: Da muss man schon so bei eins bis eins fünf Millionen Euro Energiekosten pro Jahr liegen.

00:13:54: aber dann lohnt sich sogar eine Vollzeitstelle im eigenen Unternehmen.

00:13:58: der spart seinen eigenen Lohn mehrfach ein pro Jahr.

00:14:01: Vielleicht kannst du ja mal so skizzieren, wie das dann bei den meisten Unternehmen deiner Erfahrung nachläuft.

00:14:06: Wie viele sind da professionell aufgestellt?

00:14:09: Bei wie vielen macht es der Hausmeister- Facility Manager die Assistentin vom Geschäftsführer noch mit?

00:14:17: oder wo gibt's tatsächlich die dedizierten Energiemanager von denen Du gerade gesprochen hast, die wahrscheinlich eher bei den großen Einheiten zu finden sind?

00:14:25: Genau,

00:14:25: die sind bei den Unternehmen mit hohen Energieverbräuchen.

00:14:29: Die vielleicht auch sogar schon an der Fünfzigtausend-Eins Zertifizierung haben oder eben den Pflichten aus dem Energiedienstleistungsgesetz und Energiefilzenzgesetz unterliegen.

00:14:37: Da sind vor allem die klassischen Energiemanager zu finden.

00:14:41: Alle anderen haben vielleicht mal ein Energy Audit gemacht das ja immer nur eine Bestandsaufnahme ist und kein fortwährender Prozess.

00:14:47: Aus der Energy Audits muss alle vier Jahre erneuert werden.

00:14:50: Das natürlich hat man eine gute Grundlage um dann auf die Verbräuche draufzuschauen zu optimieren.

00:14:56: Das passiert aber oft leider in der Praxis nicht, falls irgendwo liegen bleibt.

00:15:00: Also der klassische kleine und mittelständische Betrieb da geht das Thema leider oft unter.

00:15:07: Der Klassiker ist dass halt einfach nur eine Rechnung pro Jahr kommt und wenn die auf einmal so hoch ist dann wird vielleicht nochmal geschaut woran es liegt.

00:15:14: Aber es wird nicht kontinuierlich geschaut und wenn irgendetwas schiefläuft oder ein großer Verbrauch auftritt ohne dass ich es merke weil irgendwo eine Technik nicht richtig funktioniert dann merk ich es halt im schlimmsten Fall erst ein Jahr später bei der nächsten Abrechnung.

00:15:26: Das kann man natürlich vermeiden und es gibt konkrete Statistiken, die wirklich zeigen wie sich der Energieverbrauch verändert je nachdem ob der Energiemanager da ist oder wenn er kündigt oder wenn der wieder weg ist.

00:15:37: also das wirkt sich tatsächlich aus.

00:15:40: Und wie gesagt, die kleinen mittelständischen und kleinen Betriebe haben da besonders hohes Nachholpotenzial.

00:15:45: Das ist gar nicht mal branchenabhängig das geht über alle Branchen aber natürlich je mehr Energie.

00:15:49: ich brauche also klar Büro-Nutzung hat einen relativ geringen Energiefußabdruck sag' ich mal.

00:15:54: Aber wenn ich irgendwo im produzierenden Gewerbe bin eine Bäckerei alleine reicht ja schon mit viel Wärme oder sogar ein energieintensives Unternehmen bin dann ist das ein Pflichtthema.

00:16:04: Ich habe mich auch mal bei den Kollegen von Maestro Solutions schlau gemacht, das eben die Energieberatung von Maistro.

00:16:10: Da hab ich so rausgehört.

00:16:11: ja es gibt eine Menge mittlerweile die eben das Potenzial erkannt haben sowohl in der Erzeugung als auch dann eben in der Einsparung.

00:16:18: aber dafür braucht's halt einen meistens Geschäftsführer der das Thema strategisch höher hängt als jetzt.

00:16:24: nur so Platz fünfzehn in der Strategie Agenda.

00:16:28: Hast du das Gefühl, dass sich da in den letzten fünf, sechs Jahren einiges getan hat?

00:16:32: In Sachen Awareness oder wie sagt Management Sensibilisierung des Managements für dieses strategische Thema.

00:16:40: Da hat es sich auf jeden Fall in der Gaskrise mit den explodierenden Preisen was getan.

00:16:43: Klar, da stand das überall auf der Tagesordnung und auch relativ weit oben.

00:16:47: Das hat sich aber leider wieder gelegt.

00:16:49: Das Problem, was wir haben ist, dass viele Unternehmen ja nur in relativ kurzen Investitionszyklen denken können.

00:16:55: Da mussten sich Maßnahmen manchmal sogar innerhalb von zwei bis drei Jahren amortisieren, sonst werden sie nicht gemacht.

00:17:00: Weil ganz viele andere Rahmenparameter Unsicherheiten bringen.

00:17:02: Man weiß nicht wie sich das Geschäft in den nächsten Jahren entwickelt, ob man einen Standort aufkippt oder sogar noch ausbaut.

00:17:08: Das sind oft Dinge die dann langfristige Investitionen vermeiden oder verhindern.

00:17:12: Und gerade im Gebäudebereich, wenn wir also über bauliche Maßnahmen reden, da sind wir bei langfristigen Investitionen.

00:17:17: Also oft wird leider immer nur das Nötige getan.

00:17:21: die marode Fassade, die bröckelt und saniert Die Heizung, die kaputt geht, wird ausgetauscht.

00:17:26: Aber es macht oft Sinn, proaktiv tätig zu werden.

00:17:29: Und gerade das Thema Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern ist ein ganz wichtiges.

00:17:33: Es ist nicht das Einzige, man sollte immer auch auf die Effizienz schauen.

00:17:37: aber das hat natürlich an Bedeutung gewonnen durch die Gaskrise jetzt wieder akut durch den Iran Krieg und die steigenden Preise, die ja noch gar nicht komplett angekommen sind bei uns.

00:17:45: also gerade der Gaspreis wird jetzt denke ich in der Heizperiode danach auch noch weitersteigen.

00:17:50: Also das Thema wird wieder wichtiger werden und deshalb sollte es relativ weit oben auf der Agenda in Management sein.

00:17:56: Ist es aber leider nicht oft.

00:17:58: unsere Empfehlung ist oder unser Erfahrung, dass gerade familiengeführte Unternehmen da sehr viel besser sind?

00:18:04: Die haben sehr viele bessere längere Zeiträume, in denen sie denken.

00:18:09: Längere Investitionszyklen sind nicht so sehr ertrags- und quartalsgetrieben sag ich mal und sind ja oft besser aufgestellt

00:18:16: einfach.".

00:18:17: Vielleicht ja auch nochmal ein paar Worte von dir zur Rolle der Energieberater, also eben Leute wie euch, Ökozentrum NRW oder die Kollegen von Maestro Solutions.

00:18:25: Welche Rolle spielen sie denn dann in so einem ... Das ist ja teilweise auch ein Veränderungsprozess zumindest mal im Gebäudebereich?

00:18:31: Man

00:18:31: muss auf sehr viele erklären natürlich das ist klar.

00:18:33: man muss erklären warum Notwendigkeiten bestehen was zu tun was man tun sollte.

00:18:39: Man sollte versuchen, die finanziellen Folgen darzustellen.

00:18:42: Das interessiert natürlich oft am meisten.

00:18:45: Man ist auch Fördermittelmanager denn für viele Dinge gibt es ja Förderung nicht nur für die Beratungen sondern auch für die Investitionen.

00:18:52: Und man sollte immer auch bei der Umsetzung unterstützen, denn auch in der Umsetzung gibt es ja zahlreiche Hürden.

00:18:56: Es wird vielleicht den Ablauf im Betrieb gestört – das passt gerade alles nicht!

00:19:00: Es muss sich jemand kümmern, dass das Ganze auch eingetaktet wird in die Abläufe.

00:19:04: also das sind schon vielfältige Aufgaben bei denen Energieberatende aber auch Planerinnen und Planern.

00:19:09: dann wenn's in die Ausführungen geht unterstützen können.

00:19:12: Viele brauchen diese Unterstützung, um den Schritt zu gehen.

00:19:15: Also viele haben das eigene Know-how nicht im Unternehmen, gerade kleine Unternehmen und brauchen dafür externe Unterstützung.

00:19:21: Das ist daher ganz wichtig!

00:19:22: Und wie schaut die Zusammenarbeit mit dem Controller in den Unternehmen aus?

00:19:25: Ich kann mir vorstellen also gerade wenn man es nachhaltig implementieren möchte dann ist doch wichtig dass da eben das Controlling auch versteht wie der Return on Investment tatsächlich stattfindet.

00:19:36: Ja,

00:19:36: das ist ganz wichtig und vor allem ist es wichtig zu unterscheiden – das ist unsere Perspektive zwischen tatsächlich energiebedingten Investitionskosten und sogenannten Sowieso-Kosten.

00:19:46: Wenn eine Heizung kaputt ist, mal ganz einfach das Beispiel, da braucht ja sowieso ne Neue wenn die Leute nicht frieren sollen.

00:19:51: Das heißt... Es sind nicht die gesamten Kosten einer Wärmepumpe, zum Beispiel jetzt, die sich wieder amortisieren müssen über die Einsparung.

00:19:58: Sondern eigentlich nur die Mehrkosten gegenüber dem was ich sowieso machen muss, ne?

00:20:02: Wenn ich so eine neue Gasheizung zum Beispiel einbauen will, hat das einen Preis X Die Wärmenpumpe ist entsprechend teurer und nur die Differenz, die muss ich durch die Einsprarung amortisiere Und das wird leider oft nicht richtig im Controlling gesehen.

00:20:13: Da wird dann die Gesamtinvestition ins Verhältnis gesetzt zur Einsparungen.

00:20:17: Das ist ein wichtiger Punkt.

00:20:18: Und der andere wichtige Punkt ist natürlich auch das Energie-Controlling, also nicht nur das Finanzielle sondern auch das energetische, dass ich ja eben nicht nur auf die Rechnungssummen schaue, sondern auch wie entwickeln sich die Kilowattstunden dahinter, die ich tatsächlich verbrauche.

00:20:31: Wo kann ich substituieren?

00:20:32: Also wo kann ich vielleicht Wärme durch Strom ersetzen oder Ähnliches?

00:20:35: Also auch günstigere Energieträger umschwenken vielleicht an einigen Stellen oder mich aus der Abhängigkeit fossiler Energieträger lösen.

00:20:43: Es braucht eigentlich... Neben dem finanziellen Controlling, wozu auch übrigens das Vertragswesen gehört.

00:20:48: Oft kann man auch über Vertragsungestaltung den die Energiekosten deutlich reduzieren.

00:20:53: Daneben brauche ich eben auch das Energiecontrolling.

00:20:55: Du hast jetzt gerade noch ein spannendes Stichwort genannt Förderung.

00:20:59: der Staat fördert unterstützt ja sowohl die Beratungen als auch die Umsetzung.

00:21:03: Ich würde sagen auch relativ üppig.

00:21:05: also zumindest hilft es einem erst mal so über diese erste Hemmschwelle rüber als Unternehmer.

00:21:10: welche aktuellen Förderprogramme Gibt's denn da, die ihr immer wieder ins Feld führt und wo ihr den Unternehmen ja auch helft, die zu beantragen?

00:21:19: Also wenn wir auf das Gebäude schauen ist die wichtigste Förderung, die Bundesförderung für effiziente Gebäuden.

00:21:24: Die BEG wurde jetzt gerade im Juli zwanzig sechszehnzig wieder reformiert leider ein bisschen gekürzt, wobei sich für Nichtwohngebäude die Kürzungen in Gänzen halten.

00:21:33: Die Heizungsförderung da raus ist natürlich super.

00:21:35: Es gibt dreißig Prozent Zuschuss, also Direktzuschuss.

00:21:38: keine Kreditförderungen für Unternehmen, für Privatpersonen gibt es sogar noch bis zu mehr, bis zu siebzig-achtzig Prozent für Geringverdiener.

00:21:45: aber die Dreißig-Prozent sind auch schon mal ein ordentlicher Schluck aus der Pulle den ich für eine neue Heizungsanlage mitnehmen kann.

00:21:52: Die Gebäudehülle, alles was sich an Baumaßnahmen umsetzt ist leider deutlich schlechter gefördert.

00:21:57: Da gibt es fünfzehn Prozent und auf dem nächsten Jahr gibt's noch mal fünf Prozent Bonus oben drauf für die energetisch schlechtesten Gebäuden, die also jetzt bald in dieser Nierungspflicht kommen.

00:22:08: bei immerhin zwanzig Prozent.

00:22:09: Daneben, neben diesen Einzelmaßnahmen die jede für sich gefördert werden können gibt es bei der KfW auch in der BEG die Gesamtsanierung die gefördert wird zu einem sogenannten Effizienzgebäude-Standard.

00:22:19: da muss also das Gesamtgebäudee einen gewissen Qualitätsstandard erreichen.

00:22:23: Da gibt es dann zinsverbillichte Kredite mit Tilgungszuschüssen.

00:22:27: Auch das kann sehr attraktiv sein.

00:22:29: Darüber hinaus wenn wir das Gebäude mal so ein bisschen hinter uns lassen gibt's das weitere Bundesprogramm für Energieeffizienzen in der Wirtschaft EEW.

00:22:37: Da werden also verschiedenste Dinge gefördert, alles was irgendwie energiespart im Prozessen in allem was nicht gebäudebezogen ist sondern eben prozessbezogen.

00:22:45: Auch so Querschnittstechnologien wie Pumpendruckluftsysteme etc.

00:22:49: können da gefördert werden und auch erneuerbare Wärmeerzeuger für Prozesse.

00:22:54: Also man muss immer unterscheiden, wenn eine Heizungsanlage da ist die sowohl das Gebäude beheizt als auch Prozesswärme liefert dann muss ich schauen was überwiegt.

00:23:01: Wenn eben mehr von der Wärme ins Gebäudegeht, dann muss sich den Heizungstausch bei der BEG bei der Gebäudenförderung beantragen.

00:23:08: und wenn die Anlage überwiegend prozesswährme liefert dann muss in die Energieeffizienz in der Wirtschaft das EEW-Programm gehen.

00:23:15: Jetzt gibt es ja dieses Vorurteil dass Wahnsinnig langwierig ist, so eine Förderung zu beantragen.

00:23:21: aufwendig und das erschrecken einige.

00:23:24: deswegen davor zurück.

00:23:25: Wie sind deine Erfahrungen im Zusammenhang?

00:23:28: Auch eben soll man es alleine machen, soll man auf jeden Fall einen Energieberater dazuholen.

00:23:33: Lass ich über die Bank laufen oder wie läuft das?

00:23:35: Also da muss man differenzieren zwischen den verschiedenen Programmen.

00:23:38: Die Heizungsförderung ist tatsächlich sehr sehr einfach.

00:23:40: Ich brauche keinen Energieberator Es reicht eine Bestätigung des Heizunstbetriebs.

00:23:44: Ich muss allerdings hier bei der Heizunsförderungen und auch bei den Einzelmaßnahmen in der Gebäudehülle muss ich, das ist eine Besonderheit immer erst beauftragen und kann dann erst den Antrag stellen.

00:23:53: Bei der Heizungsförderung stelle ich einen Online-Antrag bei der KfW und kriege direkt nach Fertigstellung des Onlineantrags eine Zusage.

00:24:01: Also es ist eine automatisierte elektronische Prüfung, ich krieg eine Direktzusage, ich kann direkt loslegen... Bei den Maßnahmen an der Gebäudehülle, eben wie gesagt, fünfzehn bis zwanzig Prozent Zuschuss.

00:24:10: beim BAFA wird das beantragt.

00:24:11: Das ist ein Bundesamt da dauert es ein bisschen.

00:24:13: Da dauert man mal sechs acht Wochen, bis ich eine Zuwendungsbescheid dann per Post kriege.

00:24:17: Das läuft aber auch relativ einfach.

00:24:19: Man muss da keine großen Begründungen schreiben.

00:24:21: Es sind beides Massenförderprogramme wo jeder, der die Maßnahme nach den Vorschriften durchführen will, einfach auch gefördert wird.

00:24:27: Die Budgets sind auch üblich dar.

00:24:29: Bei der Gebäudehülle und den sonstigen Effizienzmaßnahmen beim Bar verbrauche ich zwingend immer einen Energieberater, der vorher eine Bescheinigung ausstellt, dass das was geplant ist eben förderfähig ist.

00:24:39: Und er nachher auch bestätigt, dass alles richtig durchgeführt wurde oder auch die Höhe der förderfähigen Kosten bestätig.

00:24:44: Das Gleiche gilt auch für die Förderung zum Effizienzgebäude.

00:24:47: Wenn ich also die Gesamtsanierung angehe, dann muss ja sogar gerechnet werden, muss der Energiebilanz des Gebäudes gemacht werden.

00:24:53: Auch da kommt nicht ohne Unterstützung aus.

00:24:55: Dazu gibt es die Energiefizienzexpertendiste im Internet.

00:24:58: unter www.energie-effiziencenexperten.de findet man die Personen, die dafür zugelassen sind, die müssen sich regelmäßig weiterbilden.

00:25:06: Da kann man also z.B.

00:25:07: nach Postleitzahlen sortieren.

00:25:09: Bei Energieeffizienz in der Wirtschaft ist es ein bisschen unterschiedlich.

00:25:13: Die Standardförderung zum Beispiel für Druckluft oder Pumpen oder so, die kann man einfach selber beantragen.

00:25:17: im Modul II wo im Prinzip alles gefördert werden kann was irgendwie Ressourcen und Energieeinsparter ist sehr individuell.

00:25:24: Da kann man also auch eine neue Maschine, die irgendwie effizienter ist als die alte Maschine fördern lassen.

00:25:28: Da muss tatsächlich dann ein Energieberater einen Energieeinspar-Konzept machen und auch die CO₂-Missionen nachweisen, die eingespart werden können weil die Förderung dann auch pro Tonne CO₀ sozusagen nochmal so'n Förderdeckel hat.

00:25:40: aber auch das ist ein Massenförderprogramm und da geht es beim BAFA relativ schnell mit der Zusage.

00:25:45: Wenn ich ne Zusage habe in allen Programmen hab ich in der Regel auch nen Umsetzungszeitraum der läuft indem ich Zeit habe umzusetzen bis sich dann mit Verwendungsnachweis einreichen muss.

00:25:53: Ich kann mir dabei natürlich jeweils helfen lassen, wobei nicht immer auch die Antragstellung per Vollmacht möglich ist.

00:25:59: Also meistens muss man die Antragstellungen zumindest als Unternehmen selber machen aber die gesamte Dokumentation und Nachweisführung kann dann Energieberaterin oder ein Energieberatter

00:26:07: machen.

00:26:07: Meine Einschritte zurück macht es eigentlich einen Unterschied, ob ich als Mieter oder Eigentümer beispielsweise in einer Produktionshalle unterwegs bin und mit Salon Leesberg.

00:26:19: Und überhaupt ja Asset Light versuchen viele Unternehmen unterwegs zu sein also nicht ihr gesamtes Kapital in eigen Gebäude zu stecken.

00:26:30: Also was kann ich tun wenn ich zu setzig Prozent als Miete unterwegs bin?

00:26:34: Also wenn ich eine Förderung haben will, wenn es jetzt auch speziell auf das Förderthema bezogen geht das nur über den Eigentümer.

00:26:40: Weil die Förderungen ist ja auch gedeckelt.

00:26:42: Es gibt Budgets.

00:26:43: da kann ich als Mieter nicht einfach über das Budget bestimmen dass ein Eigentömer für das Gebäude einen Förderbudget zur Verfügung hat.

00:26:49: Da brauche ich zumindest die Zustimmung des Eigentümers.

00:26:51: meistens muss der sogar selber den Antrag stellen.

00:26:54: Wenn's dann um die Prozessechnik geht, die ist dann oft er nicht gemietet, da kann natürlich in Energien effizient in der Wirtschaft selber tätig werden.

00:27:01: Aber bei Gebäuden Gibt es natürlich auch Möglichkeiten, den Vermieter zu überzeugen und so etwas zu tun?

00:27:08: Bevor die Sanierungspflichte greifen dich gerade beschrieben habt, gibt's jetzt schon ein paar Nachrüstverpflichtungen für Gebäude.

00:27:14: Oberste Geschossdecken müssen gedämmt werden oder Heizungsleitungen in unbeheizten Bereichen gedämpft werden.

00:27:21: Wenn das nicht der Fall sein sollte, kann man den Vermieter ja mal freundlich darauf hinweisen, dass es da solche Pflichten gibt.

00:27:27: Und mit der Sanierungspflicht die jetzt kommt habe ich natürlich als Mieter noch einen viel größeren Hebel.

00:27:31: Also wenn ich wirklich in einem Gebäude eingemietet bin was zu diesen schlechtesten ist, gehört und dann einer gesetzlichen Sanierungspflicht unterliegt Ich bin jetzt kein Jurist.

00:27:41: Aber wenn der Vermieter das nicht einhält, dann könnte das durchaus eine Miedminderung oder ähnliches begründen.

00:27:47: und da hat man natürlich einen ganz guten Hebel den Vermietern zu überzeugen tatsächlich ins Gebäude zu investieren.

00:27:53: Und umgekehrt.

00:27:53: was empfiehlst du, wenn ich ein gutes Verhältnis zum Vermietter habe?

00:27:57: Wenn ich ihn sanft in die richtige Richtung hinstupsen möchte... Also weil es droht dann ja auch, wenn er da entsprechend investieren muss.

00:28:05: Auch wenn's teilweise gefördert wird für ihn erhebliche Investitionen die ihr dann möglicherweise wieder auf meine Miete umlegt.

00:28:10: also das muss hier für mich so ein Trade-off sein.

00:28:12: Richtig!

00:28:13: Genau natürlich kann die Modernisierungsumlage genutzt werden.

00:28:16: ich habe dafür aber eben als mieter geringere Energiekosten in der Regel.

00:28:20: Das kann sich wirtschaftlich ausgehen trotz höherer Miete.

00:28:23: dass ich da einen Benefit rauszieh Für den Vermieter kommt seit einiger Zeit ein ganz wichtiger Aspekt hinzu und das ergibt sich aus der EU Taxonomie.

00:28:31: Die Banken sind verpflichtet, bei Finanzierungen beispielsweise immer die CO-Zweihemission des Gebäudes abzufragen.

00:28:38: Und die Banken seien verpflichtelt seit einiger Zeit auf die Kleineren das Portfolio, das von ihnen finanzierte Gebäudeportfolio Emissionsärmer zu machen.

00:28:45: Das heißt... Banken wollen lieber Gebäude finanzieren, die energetisch gut sind.

00:28:50: Die geringe Emissionen haben und deshalb hängt oft auch inzwischen der Kredizins den ich bekomme davon ab.

00:28:56: Das heißt, je effizienter mein Gebäud ist, desto besser ist es belastbar.

00:28:59: für eine so bessere Finanzierungskondition kriege ich.

00:29:03: Und der Einfluss der Energieeffizienz oder der Emission auf dem Wert eines Gebäudes, auf dem Immobilienwert Der ist in den letzten Jahren sehr stark angewachsen.

00:29:10: da gibt's also Konkrete Studien dazu.

00:29:12: Ich habe letztens vor einer aus diesem Jahr gesehen, die ganz klar aufzeichnet das Pro-Effizienzstufe.

00:29:17: Es gibt ja diese Energieeffizienzklassen irgendwie die Gewerbemiete in Büroimmobilien beispielsweise um dreißig Cent pro Quadrantmeter runter geht und ich glaube der Verkaufserlös ist irgendwas so um die hundert oder hundzwanzig Euro pro Quadratmeter runtergeht pro Effizienztufe.

00:29:31: da gibt es also einen ganz klaren Zusammenhang.

00:29:33: Das liegt nicht nur an der Energieeffizinzen.

00:29:35: bessere Gebäude sind oft auch neuer und besser ausgestattet.

00:29:37: Aber die Energiefizienz spielt bei der Immobilienwertbewertung immer größere Rolle.

00:29:41: Und eben auch bei der Finanzierbarkeit und natürlich bei der Vermarktbarkeit von Immobilie, ne?

00:29:46: Wenn ich eine Bruchtbode habe, sage ich mal aus energetischer Sicht, dann kriege ich sie natürlich auf schlechter

00:29:50: vermietet.".

00:29:51: Okay,

00:29:51: also es ist in dem Fall bei uns im Podcaststudio.

00:29:54: beim Maestro hängt übers Reden kommend leutsam.

00:29:57: Das heißt bayerisch für dich als Westfalen.

00:30:01: auf bayerisches lohnt sich miteinander zu sprechen und das gilt dann auch hier eine Zusammenarbeit mit den Vermieter wenn ich da energetisch sanieren möchte.

00:30:09: Jetzt nochmal noch die Frage zu einer Gesamtstrategie.

00:30:12: Es ist ja sehr häufig so, dass auf einem ganz unterschiedlichen Gebäude Bestandsitze, achtziger Jahre Produktionshalle neben einem hochmodernen Bürogebäude, neben einer noch älteren Fahrzeughalle – die aber trotzdem beheizt werden muss!

00:30:28: Also da frage ich mich wie schafft man es für diesen gemischten Gebäudestand eine einheitliche sinnvolle energetische Gesamtsstrategies zu erarbeiten?

00:30:39: ohne dass sie mich dabei total verzetteln.

00:30:41: Da kommt das Portfolioscreening noch mal zur Geltung, was ich am Anfang erwähnt habe.

00:30:45: Das heißt wichtig ist erst einmal, dass ich eine belastbare Datengrundlage zu den Gebäuden habe, damit ich weiß welches Gebäude wie da steht und also wie viele Verbräuche da sind, wie hoch die Emissionen sind oder auch die Energiekosten sind.

00:30:55: Darüber kann ich natürlich priorisieren und dann sagen, wo gibt es jetzt den größten Handlungsdruck?

00:31:01: Neben der energetischen Situation kommt natürlich immer noch die bauliche Situation dazu.

00:31:04: Es kann ja auch baulichen Mängel geben, die ich zu beheben habe – irgendwie unlichte Fenster, bröckelnde Fassaden

00:31:10: etc.,

00:31:11: und natürlich auch immer die strategische Option was mache ich mit dem Gebäude?

00:31:14: Wie ist die Auslastung?

00:31:16: Brauche ich die Büroarbeitsplätze oder den Produktionshallenplatz noch zukünftig oder nicht?

00:31:20: Das alles sollte man in eine gemeinsame Gebäudesstrategie integrieren und dann eben schauen wie die Sanierungszyklen sind.

00:31:27: also wo steht wann welche Maßnahme ohnehin an denn es sind voll gerade größere Sanierungsmaßnahmen anzudocken, ohnehin erforderliche Maßnahmen.

00:31:36: Wenn ich ohnehin die Fenster tauschen muss und wenn die Heizung bald hinfällig ist dann eben tätig zu werden und nicht gute Technik auszubauen, die noch länger funktionieren würde das ist ja irgendwie ergibt sich von selbst.

00:31:48: Dann macht es natürlich Sinn gerade wenn ich viele Gebäude habe die an einem Standort sind dass ich überlege ob ich zum Beispiel die Wärmeversorgung zusammenführen kann.

00:31:55: Es muss ja nicht jedes Gebäude seine eigene Heizung haben, sondern es ist ja auch möglich in einem Gebäud oder irgendwo auf dem Gelände eine neue Heizzentrale zu bauen und wir nennen das Gebäudenetz also ein kleines Gebäudentetz einzurichten wo dann eben die Wärme an die verschiedenen Gebäure verteilt wird.

00:32:09: Hat den großen Vorteil ich habe nur eine zentrale Investitionen an einer Stelle.

00:32:13: Ich muss nicht ganz viele Anlagen warten lassen und reparieren lassen wenn sie kaputt sind, sondern alles ist zusammengefasst Und ich habe natürlich eine viel höhere Effizienz.

00:32:20: Auch solche Gebäudennetze werden gefördert, auch über die Bundesförderung.

00:32:23: effiziente Gebäude, zwar bis zu sechzehn Gebäuden – das ist schon ne ganze Menge!

00:32:28: Oder ich denke eben über Contracting nach und beispielsweise unsere Kollegen von Duo-Block liefern da viele Konzepte aber eben auch planbare Energiekosten dann in der Zukunft kümmern die sich aber um die Förderung.

00:32:41: Genau, Contracting funktioniert natürlich auf beide Weise einmal pro Gebäude, aber auch bei Gebäudennetzen gibt es Contracting-Lösungen.

00:32:47: das also ein Investor diese Heizzentrale und das Netz baut und betreibt dann gibt's eben in jedem Gebäud nur noch eine Übergabestationen im Gebäuse selber gar keine Heizungsanlage beispielsweise mehr.

00:32:58: Wichtig wäre noch, dass man gerade wenn viel auf einmal ansteht.

00:33:01: Dass man sich nicht verzettelt was du gesagt hast sondern dass man sich vielleicht zwei bis drei Leitprojekte pro Jahr raussucht wo man zuerst angreifen will mit auch mal klaren Verantwortung wer sich da um die Umsetzung zu kümmern hat statt jetzt an allen möglichen kleinen Baustellen herumzudoktern.

00:33:15: Und wichtig ist eben vorher für den Sanierungsfahrplan eine belastbare Grundlage schaffen, also wenn ich im Gebäudeportfolioscreening rausgekriegt habe welche Gebäude zuerst dran sind weil sie jetzt eigentlich mal den höchsten Bedarf haben, weil Sie die höchste Emissionen verursachten oder eben den großen Sanierungsbedarf per se haben dann macht es Sinn für diese Gebäuden ganz konkrete Sanierung Konzepte erstellen zu lassen.

00:33:35: auch das wird gefördert leider nur mit bis zu viertausend Euro pro Gebäuse aber als kleiner Zuschuss zu einer Beratung.

00:33:41: Und so ein Sanierungskonzept geht eben viel mehr in die Tiefe.

00:33:44: Das heißt dort werden wirklich die einzelnen Maßnahmen konkret durchgerechnet, was bringen sie an Einsparung?

00:33:49: Was kosten die an Invest?

00:33:51: Welche Förderungen gibt es?

00:33:52: Wann habe ich die Investitionen wieder raus und wie sollte ich in welcher Reihenfolge sollte ich diese Maßnahmen angehen?

00:33:58: Das ist eine sehr gute Entscheidungsgrundlage.

00:33:59: auch fürs Management das kann man vorlegen wird zum Teil des Gutachten erstellt mit einer Bundesförderung für diese Energieberatung

00:34:06: Und das eben immer in enger Kooperation zwischen den verantwortlichen Unternehmen und einer Beratung wie euch oder Maestro Solutions, ne?

00:34:14: Genau.

00:34:14: Also diese geförderten Energieberatungen oder Sanierungskonzepte die müssen eben von Energieberaterinnen und Energieberattern erstellt werden, wenn man das relativ häufig haben schon echterche Hunderte davon gemacht haben dadurch auch einen ganz guten Erfahrungsschatz natürlich gesammelt.

00:34:27: aber die gibt's.

00:34:28: dieser Energieberator für Nichtwohngebäude gibt es bundesweit auch.

00:34:30: die findet man über die Energiefizenz Expertenliste.

00:34:33: Dann

00:34:33: würde mich nur interessieren, wir sprechen jetzt ja viel von Dämmung und neuen Fenstern.

00:34:39: Aber ich glaube ganz viel steckt auch in digitaler Technologie um die stärker einzusetzen also sowas wie smart das Energie Monitoring letztlich Smart Mieter und vielleicht auch Gateways die dann die komplette Energienutzung optimieren oder KI gestützte Gebäudelight-Technik.

00:34:56: Glaubst du, dass das nochmal eine ganz neue Dimension an Einsparungen bringt?

00:35:00: Und wie weit ist es noch Zukunftsmusik?

00:35:04: oder wird es bei so einem... jetzt anstehenden Sanierungsschritt dann tatsächlich von Anfang an immer mitimplimentiert.

00:35:11: Letztlich

00:35:11: ist die Digitalisierung der Gebäude, die ja dafür Grundvoraussetzung ist erstmal das ist jetzt die Technik also die digitale Technik das Gebäudekent und die Verbräuche kennt diesjahr letztlich vorgegeben durch die Verpflichtung zur Gebäudautomation ab siebzig KW demnächst.

00:35:25: Das sind schon relativ viele Gebäute, die da reinfallen.

00:35:27: Also es eigentlich nicht die Frage ob man das macht sondern wann man das Macht.

00:35:30: ich denke dass wird auch fortgeschrieben werden noch das auch noch kleinere Anlagen irgendwann in die Digitalisierungen rein rutschen.

00:35:36: Es gibt dazu übrigens sehr gutes Material, es gibt bei der Deutschen Energieagentur das Kompetenzzentrum Energiefizenz durch Digitalisierung, KEDI abgekürzt.

00:35:44: die bieten jede Menge Materiale und auch Beratung dazu an.

00:35:46: also erst mal ist dieses Monitoring, dieses Erfassen des Gebäudes die Grundvoraussetzung für jedes Steuerungssystem, für jede KI die irgendwas optimieren soll.

00:35:54: und dann gibt es da natürlich auch schon jede Menge Lösungen ne?

00:35:56: Es gibt wettergestützte Gebäudesteuerung beispielsweise.

00:35:59: ich muss das Gebäude nicht aufheizen wenn am nächsten Tags ohnehin wärmer wird oder die Sonne raus kommt.

00:36:04: Ich kann mich anpassen auch manchmal an dynamische Strom oder eine Wärmepreise.

00:36:08: Auch das gibt es immer mehr, ne?

00:36:10: Dass ich also sage, wenn der Strom besonders günstig ist und ich habe eine Wärmepumpe.

00:36:14: Dann heizt sich halt das Gebäude ein bisschen stärker auf, als ich es normalerweise machen würde um eben dann wieder in Zeiten wo der Strom teurer ist weniger heizen zu müssen.

00:36:21: Das kann nicht über eine Wermespeicher machen Es kann aber auch einfach über das ganz normale Speichermasse der Bauteile Also Beton- und Steine Machen die ich ein bisschen Stärke aufheize.

00:36:29: Da ist jede Menge Musik drin.

00:36:30: Es gibt immer mehr in der Gebäudelighttechnik immer mehr selbstlernende Komponenten Also Raumtemperaturregler Die sich merken wann typischerweise jemand im Raum aktiv ist welche Temperatur der gerne hätte, die also da schon dann die Steuerung und die Temperatur dran anpassen.

00:36:45: Da sind locker zehn-fünfzehn Prozent drin allein durch solche selbstlernen Systeme und solche Optimierungen.

00:36:51: Wichtig ist natürlich immer dass es offene Schnittstellen gibt das also die Gebäudeautomation, die Gebilde Leitechnik eine Schnittstelle hat die untereinander und miteinander kommunizieren kann wo dann auch so eine Software drauf aufsetzen kann.

00:37:01: Aber das sollte eigentlich zum Standard werden, wenn wir mit den Gebäuden energieeffizient werden wollen.

00:37:07: Weil dass hier auch die wesentlich geringere Investition ist gegenüber einer Gebäudendemung oder einem Fenstertausch oder so.

00:37:13: Und jetzt Jan, zum Abschluss würde mich noch dein gesamthafter Blick auf die Nenvers-Energie oder in dem Fall vielleicht auch Gebäudewende interessieren.

00:37:23: Was glaubst du denn?

00:37:23: Welche Rolle spielen Unternehmen und Unternehmer das unternehmerische Denken mit dem Kontext da wo wir gerade stehen?

00:37:30: Glaubst du dass es ein entscheidender Schritt sein wird, dass man die Unternehmen überzeugt auch jenseits der gesetzlichen Verpflichtungen von denen wir jetzt ja schon häufig gesprochen haben aktiv zu werden?

00:37:41: Ja, natürlich ist das essentiell.

00:37:43: Also wir kommen da nicht drum rum und müssen die Klimaneutralität hinkriegen.

00:37:46: Wir müssen die Wärmewände hinkregen.

00:37:48: Dazu gehören die Wohngebäude und eben die Unternehmen und die Nicht-Wohn-Gebäude genauso dazu.

00:37:53: Die Frage ist, lohnt es sich Vorreiter zu sein oder wartet man erst mal ab?

00:37:57: Das hängt zum großen Teil davon ab wie schnell sich fossile Energieträger verteuern werden – das kann keiner so richtig vorhersagen jetzt!

00:38:04: Meine Prognose wäre, dass es sich wahrscheinlich lohnt jetzt eher schnell zu sein.

00:38:08: Weil Technik und Baukosten werden erst mal nicht günstiger.

00:38:12: Also wir haben ja gerade in den letzten Jahren erhebliche Kostensteigerungen im Bau gehabt sowohl bei der Anlagentechnik als auch bei dem baulichen Mastern.

00:38:19: Das heißt wer schon vor fünf oder zehn Jahren seine Gebäude auf Vordermann gebracht hat, der hat zum Teil nur die Hälfte dessen ausgegeben was es heute kostet.

00:38:26: das ist ein ganz wichtiger Punkt Und wir werden um die Decarbonisierung gerade im Gebäudebereich aber auch in allen Prozessen nicht herumkommen.

00:38:34: Die Wärmepumpe wird der neue Standard werden, was die Heizung angeht?

00:38:37: Die Wermepumppe kann auch Industrieprozesse zukünftig sozusagen befeuern.

00:38:42: Es gibt also Großwärmenpumpen, die auch Temperaturen weit über hundert Grad schaffen und riesige Wärmemengen liefern können.

00:38:48: Also die Technik ist da eigentlich schon auf einem sehr guten Stand.

00:38:51: Aber es braucht eben Investition und es braucht Planungssicherheit.

00:38:54: Das ist aus meiner Sicht noch mal ein ganz wichtiger Punkt, dadurch dass sich Gesetze jetzt zuletzt immer häufiger geändert haben durch wechselende Regierung natürlich auch.

00:39:00: Dadurch das Förderung volatil ist, ist einfach zu wenig Planungssicherheit da.

00:39:04: Und da schreckt natürlich gerade Unternehmen mit kurzen Investitionszyklen oder kurzen, sag ich mal, Amortisationszyklin ab, jetzt tätig zu werden und sagen, ich warte lieber erst mal ab!

00:39:13: Ich weiß ja nicht, ob eine Anforderung zukünftig noch gilt oder ob die Förderungen doch noch ein bisschen besser wird... Also Bestförderung besser ist halt ich im Moment für sehr unwahrscheinlich um das nochmal so abschließend zu sagen.

00:39:23: Sie ist jetzt gut, sie ist da und auch auskömmlich finanziert.

00:39:26: also von daher ist es eigentlich aus unserer Sicht ein guter Moment jetzt tätig zu werden bevor Energiepreise noch weiter steigen und noch mehr auf den Zug aufspringen und dann eben auch die Baukosten wieder

00:39:36: schneiden werden.

00:39:37: Das ist doch eine gute Botschaft, die zum Fast-Zum-Schluss unseres Podcasts oder dieser Folge von dir platziert wurde.

00:39:45: Jan, aber du hast jetzt trotzdem zum Abschluss noch einen Wunsch?

00:39:48: Die Frau, die Katharina Reiche... Bundeswirtschaftsministerin oder Energieministerin gibt dir einen Wunsch.

00:39:55: Du hast einen Wunsch bei ihr frei, einen Roadblocker, einen Stein der Energie- und Gebäudewende noch im Weg liegt freizuräumen?

00:40:04: Was ist es denn?

00:40:06: Was zauberst du weg was gerade den Unternehmen oder auch insgesamt der Wärme- und Gebäudewende Probleme macht?

00:40:13: Da sind so viele Steine in dem Weg gerollt worden in den letzten Monaten und Jahren dass man sich schwer entscheiden kann welchen man von einem liebsten wegrollen will.

00:40:20: Jetzt ist gerade eben das sogenannte Heizungsgesetz novelliert worden, das war aus meiner Sicht völlig unnötig.

00:40:24: Das hat nur wieder zu mehr Verwirrung geführt.

00:40:26: die Regeln sind eher komplizierter geworden.

00:40:28: Das hätte man sich sparen können aber es ist jetzt gerade da.

00:40:30: dann muss man's auch nicht wieder direkt ändern.

00:40:32: Ein großer Punkt den ich sehr kritisch sehe ist die PV.

00:40:35: dass haben wir heute nicht thematisiert.

00:40:36: das hast du woanders thematisiert hast du gesagt Da sind ja gerade Regeln geplant mit dem Netzpaket und der Novelle des erneuerbaren Energiengesetzes, die wirklich eine sehr große Felsen schon fast in den Weg rollen.

00:40:48: Es ist nicht direkt oder nicht nur Gebäudewende aber das wäre was wo ich mich sehr freuen würde wenn es nicht so schlimme Kerne wie es geplant ist.

00:40:54: Okay also ich hoffe die Ministerin hört das und vielleicht hilft dir etwas?

00:41:00: Ja, also ganz herzlichen Dank.

00:41:01: Da war wahnsinnig viel drin an Fachnohau aber auch an Spezial-Nohau.

00:41:07: was jetzt so das Unternehmerrische im Gebäudeumfeld betrifft ich glaube da konntest du jetzt wirklich sehr gut weiterhelfen.

00:41:15: alle Websites die Du genannt hast wo man sich nochmal vertieft informieren kann werden wir den Show Notes verlinken und ich sage jetzt Herzlichen Dank nach Hamm!

00:41:22: Herzlichen dank an Dich und ans Ökozentrum NRW dass Du dir Zeit genommen hast.

00:41:26: Ich glaube da hast Du dem ein oder anderen unter der das hier hört und sich mal so einen ersten, dem vielleicht noch der letzte Anstoß gefehlt hat zu sanieren.

00:41:36: Da hast du heute nochmal ein Stups gegeben!

00:41:38: Ja vielen Dank.

00:41:38: ich habe mich sehr gefreut über die Einladung.

00:41:40: Danke dass ich hier dabei sein durfte und ich wünsche allen die das Thema angehen durchhaltevermögen und einen hohen Wirkungsgrad dabei.

00:41:47: Also vielen dank Jan, vielen danke euch fürs Zuhören.

00:41:50: schaltet auch beim nächsten Mal rein bei megawatt & friends den Podcast von Maestro Und macht's gut!

00:41:56: Ciao ciao Energie neu denken.

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